Eine junge Frau repariert ein umgedreht stehendes Fahrrad

Titelthema

sicher&gesund Ausgabe April 2020

Aufs Rad und los? Nicht ohne Frühjahrscheck!

Spätestens mit dem Frühling ist es so weit: Raus mit dem Fahrrad oder Pedelec. Oft lässt sich der tägliche Weg zur Arbeit gut mit dem Drahtesel fahren. Doch ist das Rad wirklich fit für die Tour? Ein Vorab-Check bringt Sicherheit.

Vieles lässt sich selbst erledigen. „Licht-, Brems- und Luftkontrolle oder das Kette-Ölen kriegt jeder hin. Es muss nicht gleich ein Werkstattbe- such sein“, betont Jens Deye, stellvertretender Vorstand des ADFC Hamburg. Für die Reparatur oder den Austausch sicherheitsrelevanter Teile ist es bei fehlender Erfahrung jedoch besser, in die Fachwerkstatt zugehen. Bei Pedelecs muss nach der Winterpause der Akku neu aufgeladen werden. Wichtig ist die funktionierende Beleuchtung, um im Straßenverkehr gut sichtbar zu sein.

Lieber unfallfrei

Funktionstüchtigkeit und Sichtbarkeit senken das Unfallrisiko. Innerhalb der letzten fünf Jahre gab es einen Anstieg bei Fahrradunfällen von und zur Arbeit. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ist diese Tendenz bedingt durch die Zunahme an Fahrradfahrern und mehr gefahrenen Strecken.

Stoppschild mit darunter angebrachter Hinweistafel „Erst checken, dann radeln!“

Der Anteil der Fahrräder am Verkehrsunfallgeschehen liegt bei 21 Prozent. Erfasst sind dabei gesetzlich unfallversicherte, meldepflichtige Unfallopfer, die vier oder mehr Tage arbeitsunfähig waren oder verstarben. Nach Informationen desn Verkehrssicherheitsrates (DVR), die der DGUV bestätigte, passierten allein bei der Fahrt von oder zur Arbeit (sogenannte Wegeunfälle)knapp 32.000 Fahrradunfälle, die in 15 Fällen tödlich endeten (zum Ver- gleich: 2014 waren es sieben Todesopfer).

 

Rad­Check rechtzeitig einplanen

Obwohl Fahrradhelme bei schweren Unfällen wie dem Überrollen durch einen LKW kaum helfen, so bieten sie gewissen Kopfschutz bei unglücklichen Stürzen – etwa durch leichten Zusammenprall. Einen Helm für „lebenslänglich“? Den gibt es nicht. Sicherheit hat ein Ablaufdatum. Der ADFC empfiehlt, den Helm alle drei bis fünf Jahre zu ersetzen. Selbst ungebraucht sei er nur etwa acht Jahre einsetzbar, da das Material altere und damit die Schutz- funktion nachlasse. „Nach Stürzen sollte man ihn sich genau anschauen. Lieber sicherheitshalber austauschen“, so der Rat von Jens Deye. Der Fahrradcheck auf den letzten Pfiff? Keine gute Idee. Sinnvoll ist, für unvorhergesehene Reparaturen und das Beschaffen von Ersatzteilen genügend Zeit einzuplanen. Der ADFC-Spezialist: „Und lieber erst mal in Ruhe eine Testrunde drehen, als gleich zur Arbeit zu radeln.“

Adrienne Kömmler, freie Journalistin, Berlin

Eine Frau in Fahrradbekleidung und mit Helm zeigt auf ein Fahrrad. Pfeile deuten auf sicherheitsrelevante Teile am Fahrrad.
 

Schon gecheckt?

  • Haben die Reifen genug Luft sowie ausreichend Profil und ist der Mantel intakt?
  • Sitzen alle Speichen fest in der Felge?
  • Ist die Fahrradkette gereinigt, auf Verschleiß geprüft und geschmiert?
  • Sind die Bremsen inklusive der Bremsbeläge, -scheiben bzw. -klötze kontrolliert?
  • Wurde der feste Sitz aller Schrauben überprüft?
  • Funktioniert die Beleuchtung und sind die Reflektoren fest?
  • Wurden Lenker, Sattel und Gangschaltung gegebenenfalls nachjustiert?

Ein passgerechter und damit sicherer Helm ...:

  • sitzt gerade auf dem Kopf (Stirn und Nacken frei)
  • lässt Ohren genau im Dreieck der Riemen frei
  • rutscht bei lockerem Kinngurt beim leichten Vorn-überbeugen nicht vom Kopf
  • lässt bei fest gezogenen Kinnriemen so viel Platz, dass zwei Finger zwischen Gurt und Hals passen