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Nr. 4 / Dezember 2021

Coaching remote

Über ein Jahr begleitet uns die Coronapandemie mittlerweile. Über die Erkrankung hinaus bringt sie psychische Belastungen mit sich. Funktioniert Beratung auf Distanz? Die UK Nord befragte Führungskräfte.

Frau beim Videocall Quelle: samuel perales – shutterstock.com

Eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) wirft Schlaglichter auf die psychischen Belastungen in der Pandemie: Demnach fühlten sich im März 2021 42 Prozent der Befragten stark oder sehr stark durch die Coronasituation belastet, etwa durch Stress am Arbeitsplatz.

Die Pandemie bringt neue, oft auch stärkere Belastungen bei der Arbeit mit sich. Viele Arbeitgeber fragen sich, wie sie darauf reagieren und sie reduzieren können. Wichtige Ansatzpunkte sind dabei möglichst klare Regeln und Verantwortlichkeiten sowie eine gute Kommunikationsstruktur im Betrieb.

Funktioniert Beratung ohne Präsenz?

Eine weitere mögliche Maßnahme, um auf psychische Fehlbelastungen durch Corona zu reagieren ist das Angebot psychosozialer Beratung für die Beschäftigten. Während solche Unterstützungsangebote vor Corona zu großen Teilen in Präsenz stattgefunden haben, hat die Pandemie dazu geführt, dass psychosoziale Beratung (fast) ausschließlich via Telefon oder Videokonferenz stattfindet – also „remote“, ohne örtliche Präsenz. Eine Frage, die sich zunehmend stellt ist: Wie werden psychosoziale „remote-Beratungen“ angenommen? Wie wird psychosoziale Beratung zukünftig aussehen? In Präsenz, digital oder beides?

Remote-Coaching-Angebot für Führungskräfte

Um Antworten darauf zu erhalten, hat die UK Nord ein Krisen-Coaching-Angebot für Führungskräfte via Telefon und Videokonferenz angeboten. Es wurde mit Unterstützung des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) evaluiert. 

25 Leitungskräfte aus Mitgliedsunternehmen haben die Unterstützung durch externe Coaches wahrgenommen und an einer anschließenden Evaluation teilgenommen. Über die Hälfte der Teilnehmenden hat das Beratungsangebot via Videokonferenz wahrgenommen. Rund 40 Prozent nutzten das Angebot per Telefon, eine Führungskraft nahm via Video und Telefon teil.

Hohe Akzeptanz digitaler Beratung

Die Evaluation zeigt: Ein Beratungsangebot mittels Telefon- oder Videokonferenz wird durchaus von Führungskräften angenommen und positiv bewertet. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass 92 Prozent der Teilnehmenden eher zufrieden bis sehr zufrieden mit dem Coaching-Ergebnis in Bezug auf ihr Anliegen waren. (siehe Grafik 1 und 2)

Prüft man die Antworten, die die Teilnehmenden via Freitextmöglichkeit zurückgemeldet haben, zeigen sich jedoch auch Bedenken: Hier äußerten einige Teilnehmende, dass das Coaching via Telefon- oder Videokonferenz zwar besser sei als gar kein Coaching-Angebot, der persönliche Austausch könne jedoch nicht vollkommen ersetzt werden. Ein Vorteil des remote-Angebots, der von Teilnehmenden genannt wurde, ist die zeitliche und räumliche Flexibilität. Von einigen Personen wird es jedoch begrüßt, wenn auch persönliche Beratung und Unterstützung möglich ist.

Fazit

Für die Zukunft lässt sich festhalten: mehr digitale Beratung – ja. Für viele Führungskräfte ist das ein guter, niedrigschwelliger Weg. Ausschließlich digitale Angebote – nein. Für Personen, die es wünschen, sollen auch Möglichkeiten zum persönlichen Austausch geschaffen werden.

Kimjana Curtaz, UK Nord

Web Literatur zum Thema psychische Belastung uk-nord.de P00945
Die Ergebnisse der Evaluation unseres Remote-Angebotes werden hier demnächst eingestellt.

 

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